Finca Los Catadores – “Kaffee von einem internationalen Catador”

Auf der Finca los Catadores vereinen sich Lenca-Mythologie mit naturnaher Landwirtschaft und der Produktion von Spitzenkaffee.
Iván Vásquez und seine Frau Yolibet Pineda stammen aus Marcala, Honduras. Kaffee ist ihr Leben. Ihre Finca Los Catadores liegt ca. 20 km ausserhalb der Kaffeehauptstadt Marcala in San Miguelito, Santa Ana, nahe der Grenze zu El Salvador auf 1’675 M.ü.M. Die Finca umfasst eine Fläche von 15 ha, wobei 10 ha Kaffee angebaut wird und Variatäten wie Catuai, Bourbon und sogar Pacas sowie Geisha dort prätig gedeihen. Ihr Rohkaffee ist wahrhaft alles andere als ein Massenprodukt. Auf der Finca Los Catadores wird der Kaffee insbesondere als “café natural” oder “honey”, auf Wunsch aber auch als “lavado” (gewaschen) weiterverarbeitet.
 

 

Die restlichen 5 ha der Finca Los Catadores sind mit üpigem Wald bedeckt. So wird die natürliche Wasserquelle erhalten. Auch findet man auf ihrer Finca den sog. “palo brujo” (Hexenbaum), welchem in der Lenca-Kultur eine besondere mystische Bedeutung zukommt.
Iván und Yolibet legen viel Wert auf den genetischen Erhalt älterer Pflanzen, den Natur- und Bodenschutz. Selten findet man eine Finca, welche derart im Einklang mit der Natur steht.

Nebst dem Kaffee produzieren Iván und Yolibet auch Varietäten-reinen Cáscara (Kaffeekirschen-Tee) sowie Kaffeeblatt-Tee und weitere Spezialitäten.

Iván ist Zweifels ohne einer der angesehensten Kaffee-Verkoster von ganz Honduras. Er genoss eine Ausbildung zum “Catador” (Verkoster) und später zum internationalen Q-Grader. Der Erfolg der Kooperative RAOS in Marcala, für die er elf Jahre lang arbeitete, ist bestimmt auch ihm zu verdanken. Iván geniesst internationale Anerkennung. Doch Iván’s Geschichte beginnt eigentlich ganz bescheiden im Januar 1970 auf einer Kaffeeplantage, wo ihn seine Mutter im Geheimen auf die Welt brachte. Seine Mutter setzte alles daran, ihm mit dem wenigen was ihr zur Verfügung stand, eine schöne Kindheit zu ermöglichen. Durch die einfachsten familiären Verhältnisse, in denen Iván aufwuchs, begann er trotzdem schon früh auf Fincas zu arbeiten und wuchs ständig an seinen Aufgaben. Iván absolvierte so beinahe alle Jobs in der Kaffeeverarbeitung, bis er als junger Erwachsener nach San Pedro Sula zog, um dort in einer Kaffee-Maquiladora zu arbeiten. Der Wegzug aus dem Kaffeestädtchen Marcala war der Beginn seines Werdegangs bis hin zum internationalen Kaffeespezialisten und Q-Garder.

Trotz dieses spektakulären Werdegangs ist Iván auf dem Boden geblieben und hat die Region Marcala, wo er und seine geliebte Yolibet gross geworden sind, nie aus den Augen verloren. Gemeinsam mit Yolibet bewegt Iván so einiges rund um den Kaffee in der Region Marcala.

Seine Kenntnisse als Kaffeeproduzent und Q-Grader, behält Iván keineswegs für sich. Er gibt Kurse für Jugendliche, welche sich für den Kaffeeanbau und die Degustation interessieren. Weiter berät er auch andere Kaffeeproduzenten bei der Qualitätsförderung und nachhaltigen Anbaumethoden sowie der Festlegung des Preises für ihren Kaffee, letzteres indem er jährlich bis zu 600 Kaffeeproben von anderen Produzenten degustiert und bewertet – und dies kostenlos!

Nebst der Finca Los Catadores, welche auch Touristen zugänglich ist, führen Iván und seine Frau Yolibet einen kleinen Supermarkt “Mercadito Heidy” in Marcala. Vor ihrem Mercadito kann man diverse Kaffeespezialitäten nach bester Barista-Art geniessen oder sich an der Handwerkskunst lokaler Künstler erfreuen. Ihr eigener Röstkaffee wurde 2018 zum zweitbesten in ganz Honduras prämiert.

Iván und Yolibet haben es verstanden sich zu diversifizieren und trotz ihrer bescheidenen Anbaufläche, als Kleinbauern fünfzehn Personen, insbesondere Frauen eine interessante und beständige Arbeit zu bieten. Dies indem Sie einerseits auf die nachhaltige Produktion absoluter Spitzenkaffees sowie Teespezialitäten aus ihrer Kaffeefinca setzen sowie ihre Finca dezent auch touristisch nutzen und andererseits in Marcala einen kleinen Supermarkt mit einem Café daneben führen.

 

 

Lesen Sie weiter…
Das Anbaugebiet